Wie können sich Städte an die Folgen des Klimawandels anpassen?
Shownotes
Shownotes Darüber sprechen wir in der neuen Folge der Sustainability Talks mit Kira Urban, der Beauftragten für klimaangepasste Stadtentwicklung der Stadt Friedrichshafen. Wie wirkt sich der Klimawandel bereits auf Friedrichshafen aus und wie kann sich die Stadt auf die kommenden Herausforderungen einstellen?
Kira Urban gibt einen aktuellen Einblick in ihre Arbeit und stellt bereits umgesetzte Maßnahmen vor: vom Pocket Park über die Umgestaltung öffentlicher Plätze bis hin zum Zustand des Stadtwalds. Im Gespräch mit Dr. Fabian Sennekamp, Nachhaltigkeitsmanager der Zeppelin Universität, wird deutlich, dass es neben der Stadt Friedrichshafen viele weitere Akteure braucht, um den Folgen des Klimawandels wirksam zu begegnen.
Welche Maßnahmen bereits umgesetzt werden und welche Herausforderungen noch vor uns liegen, erfahren Sie in der aktuellen Folge. Jetzt reinhören.
Kapitelmarken 0:00:22 Begrüßung und Vorstellung von Kira Urban 0:07:13 Grüne Stadtentwicklung: Beispiele aus Friedrichshafen 0:14:58 Akteure und Zusammenarbeit: Wer gestaltet die Klimaanpassung mit? 0:19:30 Die Rolle der Universität: Information, Vorbild und Multiplikator 0:22:56 Starkregen und Hochwasser: Herausforderungen und Schutzmaßnahmen 0:26:45 Hindernisse und Grenzen der Klimaanpassung in der Stadtentwicklung 0:33:51 Maßnahmen und Tipps für den Alltag
weitere Informationen | Host: Dr. Fabian Sennekamp, Sustainability Management, Zeppelin Universität | Intro/Outro: Musik: Ferdinand Kübler, Stimme: Annika Enzenmüller | Alles rund um das Thema Nachhaltigkeit an der Zeppelin Universität unter www.zu.de/nachhaltigkeit | Anmeldung zum ZU Nachhaltigkeits-Newsletter: https://forms.office.com/e/FpD7vUMxS0?origin=lprLink | Klimaanpassungskonzept der Stadt Friedrichshafen: https://www.friedrichshafen.de/buerger-stadt/planen-bauen-umwelt/umwelt-klimaschutz/energie-klima/klimaanpassungskonzept/ | Podcastfolge zum Thema Klimawandel in Südwestdeutschland und Klimageschichte: https://zu-sustainability.podigee.io/7-glaser-uni-freiburg-klimadaemmerung
Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen bei den Sustainability Talks.
00:00:02: Mein Name ist Fabian Senekamp, ich bin Nachhaltigkeitsmenscher an der Zeppelin-Universität und wir haben heute Kira Urbaden von der Stadt Friedrichshafen zu Gast.
00:00:11: Heute wollen wir über das Thema Klimaanpassung reden auch was Städte und Gemeinden bei diesem Thema machen können, machen sollen und vielleicht es auch schon machen.
00:00:21: Kira hat studiert, zwar einen Bachelor gemacht in Biogeo-Wissenschaften in Koblenz.
00:00:26: Einen Master in Göttingen in Forstwissenschaft und Waldökologie.
00:00:31: Und seit Jahrzehnt zwanzig ist sie beauftragte für Klima eine gepaste Startentwicklung bei der Stadt Friedrichshafen.
00:00:38: Und damals ganz herzlich willkommen hier bei uns an der Zeppelin Universität!
00:00:41: Ja
00:00:42: hallo und schön dass ich hier sind da.
00:00:44: Ja, schön dass du gekommen bist und du bist ja fast, hätte ich gesagt, Frau Klimaanpassung hier in Frisafen.
00:00:51: Und bist da tief in der Materie drin?
00:00:54: Bevor wir da nochmal genauer darauf einsteigen gibt es immer diese zwei Begriffe Klimaschutz-Klimaanpassungen.
00:01:00: Wie kriegen wir das denn auseinandergefieselt?
00:01:02: also was ist Klimaschutz und was ist die Anpassung?
00:01:05: Bei der Klimaanassung geht es dann darum mit den unvermeidbaren Folgen umzugehen trotzdem für eine erträgliche Lebensqualität in der Stadt zu sorgen.
00:01:15: Man kann sich das Ganze ein bisschen vorstellen wie einen Lagerfeuer, man möchte dass es warm ist aber nicht so heiß und auch nicht zu sehr qualm Klimaschutz wäre dann, dass ich einfach nicht zu viel Holz auflege damit das Feuer nicht zu groß wird und ausbricht.
00:01:30: und Klimaanpassung wäre hingegen dass ich vielleicht mit meiner Bank ein kleines Stück zurück rutsche wenn's mir zu heißes oder der Qualmen in den Augen brennt.
00:01:37: Ist glaube ich ein sehr schönes Bild.
00:01:40: Tatsächlich ist es ja schon so, wie du gesagt hast, Friedrichshafen ist auch schon von Klimawandel betroffen.
00:01:45: Also das heißt wir kommen gar nicht mehr drum hin dass wir nur vom Feuer weggehen sondern das Feuer ist ja schon am Brennen.
00:01:52: Was heißt es denn den Friedrichshafen?
00:01:54: Kannst du uns vielleicht so beispielhaft zwei drei Punkte rausgreifen?
00:01:57: Wie wirkt sich denn der Klimawandel hier schon aus?
00:01:59: was beschäftigt uns da in der Region?
00:02:02: Vielleicht ganz kurz zur Einordnung.
00:02:04: Friedrichsshafen is ne Stadt am Bodensee mit.
00:02:08: Sie ist geprägt durch die Sehnähe und durch die Landwirtschaft, aber auch die Industrie spielt schon immer eine wichtige Rolle in Friedrichshafen.
00:02:15: Und dadurch ist Friedrichshafen Wohn-, Arbeits- und Urlaubsort.
00:02:19: Man merkt den Klimawandel eigentlich in allen Bereichen.
00:02:22: Wenn man sich zum Beispiel den Bodensee selbst anschaut, spürt man zwei Dinge ganz deutlich.
00:02:28: Zum einen hat sich die Wassertemperatur in den letzten zwanzig Jahren deutlich erwärmt im Durchschnitt circa ein Grad so dass wir im Sommer häufig eher Badewannen-Wassertemperatur haben.
00:02:42: Das zweite ist der Wasserstand, der Bodensee wird nicht verschwinden aber man hat extremere Schwankungen durch die geringeren Schneereserven im Winter, die frühere Schneeschmelze und auch längere Trockenphasen im Sommer oder mehr Verdunstung durch Hitze kommt es einfach dazu das man im Sommer viel häufiger niedrigere Wasserstände hat als bisher.
00:03:03: Aber auch was die Temperatur angeht sind die Folgen deutlich spürbar.
00:03:08: Wir haben im Vergleich zu vor dreißig Jahren weitaus mehr heiße Tage, also Tage an denen die Temperatur höher als dreißzig Grad ist.
00:03:17: Das waren vor dreizig Jahren vielleicht der Handvoll und mittlerweile sind es deutlich über zehn manchmal sogar Richtung zwanzig Tage im Jahr.
00:03:26: Und das spürt man dann natürlich stark in den versiegelten innerstädtischen Bereichen aber auch in der Landwirtschaft, die mit längeren Dürreparionen zu arbeiten hat.
00:03:36: Wichtig ist dabei, dass man beides tut.
00:03:38: Also Klimaschutz und Klimaanpassung denn je besser wir den Klimawandel einbremsen können, desto geringer sind die Folgen und es lässt sich besser daran anpassen.
00:03:47: Ja das sieht man ja jetzt im Moment auch.
00:03:49: also hier sitzen hier am See Campus und der Wasserstand ist aktuell sehr niedrig eben genau weil's zu wenig geschneit hat im Winter und weil das sehr trocken war in den letzten Wochen.
00:03:59: Wenes interessiert, wir haben sogar eine eigene Podcastfolge auch zu dem Thema Klimawandel und wie er sich auswirkt.
00:04:04: Und Klimageschichte also der auch gerne reinhören wen es interessiert jetzt ist natürlich die Frage was kann denn eine Stadt dann mit diesem mit diesem Setting machen wenn der Klimawandel sich jetzt schon auswirken.
00:04:18: du hast gesagt viel für die Sachen geprägt.
00:04:21: ich habe mir mal angeschaut von den CO-Zwei Emissionen.
00:04:23: die kommunalen Liegenschaften Machen laut den Daten von zwanzig-zweiundzwanzig auch nur zwei Prozent von den Emissionen aus.
00:04:30: Vierzig Prozent ist Industrie, dann kommt nochmal die privaten Haushalte mit fünfundzwantig Prozent Verkehr ungefähr zwanzzig.
00:04:37: Wie viel kann denn eine Stadt überhaupt selber machen?
00:04:40: Da ist man ja auch wahrscheinlich dann als andere Akteure angewiesen.
00:04:43: Genau.
00:04:44: also natürlich hat ne Stadt einen gewissen eigenen Handlungsspielraum gerade was im öffentlichen Raum angeht.
00:04:51: Grundsätzlich geht es ja bei der Klimaanpassung darum die Stadt so umzubauen und zu organisieren, dass man eben mit den Folgen des Klimawandels besser klarkommt.
00:05:01: Und es geht darum, Schäden zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhalten.
00:05:06: Ganz praktisch sind das Maßnahmen wie mehr Bäume- und Grünflächen gegen die Hitze Flächen auf dem Regenwasser versickern kann und Gebäude, die sich weniger aufheizen.
00:05:16: Also bei der Klimaanpassung ist es so, dass sie Maßnahmen relativ viele Bereiche betreffen und dementsprechend auch sehr divers sind.
00:05:24: Deshalb gibt es sowohl bauliche, aber auch informative und regulatorische Maßnahmen.
00:05:29: Und da kann natürlich dann die Stadt angreifen.
00:05:31: Es ist zum Beispiel die Begrünung der eigenen öffentlichen Flächen und Plätze Aber auch das Informieren der Bürgerinnen- und Bürger oder auch Hilfestellungenleistung leisten zB über Förderprogramme Oder aber auch eine eher bindendere Struktur durch Vorgaben wie Satzungen oder Regeln in den Bebauungsplänen, so wie im Frittrichshafen die Begrünungssatzung und die Baumschutzsatzung.
00:05:59: Akteure sind natürlich eigentlich alle wichtig – also jeder kann was tun.
00:06:03: Neben der Stadt sind es vor allem Grundstücks- und Gebäudeigentümer, die auf ihren eigenen Flächen und an ihren eigenen Gebäuden tätig werden können aber auch Vereine.
00:06:14: Und dann wenn's um die Vermeidung von Schäden geht... Auch Hilfeleistende wie DRK, Johanniter, THW.
00:06:22: Also Klimaanpassung ist ein Thema was alle betreffen.
00:06:25: Da bleiben wir doch nochmal kurz bei den Maßnahmen um das noch mal bisschen genauer zu konkretisieren.
00:06:32: also ein Beispiel was die Stadt machen kann hat schon gesagt es ja auch Grünungsmaßnahmen.
00:06:36: da wurden ja auch einige Plätze jetzt in der Innenstadt umgestaltet oder so über die ganze Stadt immer wieder verschiedene Maßnahmen umgesetzt.
00:06:44: Machst du da vielleicht mal zwei, drei Beispiele aus den vergangenen Jahren?
00:06:48: aufzeigen was da gemacht wurde?
00:06:51: Also ich glaube das größte und auch bekannteste Beispiel ist die Umgestaltung am Adenauerplatz direkt vom Rathaus.
00:06:59: Einer der zentralsten Plätze in Friedrichshafen Der Wochenmarkt findet statt der Schlemmermarkt Diverse Veranstaltungen während der feste Narrenbaumstellen.
00:07:08: also auf diesem Platz ist eigentlich immer etwas los.
00:07:11: Dieser war Zuletzt eine sehr versiegelte Fläche mit wenig Aufenthaltsqualität und hier hat man Teil der Fläche in der Mitte wieder entsiegelt, ein großes Baumquartier, einen großen Baumheim hingestellt also mehrere Bäume über zwanzig Bäume.
00:07:30: Mit einem verbundenen Baumquatier das heißt unter der Erde ist es so dass nicht jeder Baum seinen eigenen kleinen Bereich hat sondern Eine große Wanne im Endeffekt, wo alle Bäume zusammen drin stehen und dadurch auch einfach viel mehr Volumen haben um zu wachsen.
00:07:47: Und aber auch um Regenwasser aufzunehmen und zu speichern.
00:07:51: Genau was bei der Maßnahme auch noch ganz spannend war.
00:07:55: wie gesagt es sind viele verschiedene Nutzungen plus der Denkmalschutz der dazu kam so dass man hier sehr viele Abstimmungsbedarf vorher hatte und man ist trotzdem geschafft hat alle Ansprüche auf diesem Platz zu vereinen.
00:08:09: Dieser Platz wurde vor ca.
00:08:10: zwei Jahren fertiggestellt und man spürt jetzt schon den Mehrwert und die Qualität, die dieser Platz jetzt bringen.
00:08:18: Der Andauerplatz ist Teil von einem innerstädtischen Gesamtkonzept Das heißt wir haben in Friedrichshafen natürlich weitere Plätze, die auch noch Bedarf hätten.
00:08:28: Da ist es aktuell so dass wird zum Beispiel am Romanzonerplatz das ist der platztöstlichen Ende der Innenstadt Fertiggestellten Edeka, der Busbahnhof ist da.
00:08:39: Die Fähre kommt da an also auch ein Platz wo viel Leben ist, der zurzeit auch eher stark versiegelt ist.
00:08:45: wir haben ein paar Bäume dastehen und das wäre jetzt der nächste Platz der angegangen werden soll wo wir aktuell in der Planung sind so dass es über die Zeit immer weiter gehen soll und wir einfach weit aus mehr grün in der Stadt schaffen können.
00:09:01: Dafür sind die Plätze des Einer, aber es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten.
00:09:05: Auch da ein Beispiel an einem städtischen Gebäude das technische Rathaus in der Charlottenstraße.
00:09:12: Auch hier ist Markt und ich hier haben wir eine sehr große Fassadenbegrünung am Südfassade des Gebäudes erbaut, die dafür sorgt dass es im Gebäudee im Sommer angenehmer ist dass es auf dem Platz angenehmer ist, einfach durch die Begrünung.
00:09:30: Die Verdunstungskühle, die da mit einher geht.
00:09:33: und genau bei solchen Maßnahmen ist es einfach wichtig, dass man das als gesamtes Konzept denkt weil die Pflanzen brauchen natürlich auch Wasser und das ist immer noch den Platz der Schalottenhof Und hier hat man zum Beispiel in einem angrenzenden Parkplatz unten drunter direkt eine Zisterne mit eingebaut um das Regenwasser zu sammeln bewässern zu können.
00:09:57: Kriegst du denn dann auch Feedback zu solchen Maßnahmen?
00:09:59: Also natürlich ist das dann erstmal im Gemeinderat, dann kommt es irgendwie in die Presse und dann findet er seine Aufmerksamkeit oder nicht?
00:10:05: und dann ist es ein Jahr da.
00:10:06: also gibt's da irgendwann auch Resonanz aus der Bürgerschaft oder dass die Marktleute vielleicht dann irgendwie sagen ah jetzt ist es irgendwie deutlich angenehmer oder gibts da wenig Rückmeldung
00:10:16: Es kommt immer ein bisschen drauf an.
00:10:17: also gerade bei der Fassadenbegründung um den technischen Rathaus sind die eigenen Kollegen und Kollegen die im Gebäude sitzen.
00:10:23: da kriegt man natürlich die Rückmeldung, wie es für dir jetzt im Sommer ist und auch da ist es spürbar dass sich was verändert hat.
00:10:32: Ansonsten sind wir immer wieder in der Öffentlichkeit vertreten bei Veranstaltungen, bei einer Messe wo man uns direkt ansprechen kann und wo auch die Leute Rückmeltungen geben was sie von unserer Gestaltung halten oder auch mal nicht halten
00:10:49: und bringen Sie danach Vorschläge mit, dass es dann heißt hier kümmert euch doch mal noch als nächstes um Thema XY.
00:10:55: Also ich glaube Ideen gibt's immer viele.
00:10:57: auch da gibt ja in Friedrichshafen diverse Möglichkeiten also sich auch online einzubringen.
00:11:02: das sind glaube ich weniger konkrete Ideen die da kommen sondern eher so dieses grundsätzliche wir brauchen mehr grün mehr Bäume.
00:11:10: wo kann man noch was tun?
00:11:12: Und dann müssen wir einfach gucken wie wir damit umgehen können.
00:11:17: Viele Maßnahmen brauchen ja viel Zeit und Geld, um sie umzusetzen.
00:11:20: Es ist sehr aufwendig auch so einen ganzen Platz dann umzubauen.
00:11:23: Da gibt es ja auch in Friedrichshafenmaßnahmen wo man gesagt hat da kann man kurzfristig mit einer Art Pop-Up Logik was machen.
00:11:29: Da fallen mir zwei Plätze in der Innenstadt ein.
00:11:32: Was habt ihr denn da gemacht?
00:11:33: Wo's schnell gehen musste in Anführungszeichen
00:11:36: Genau also das ist ja so dass wir in der Stadt Verwaltung Friedrichshafen sind keine ganz kleine Verwaltungen haben dadurch auch viele verschiedene Abteilungen, die sich um sowas kümmern.
00:11:49: Das war zum Beispiel ein ganz klassisches Projekt unserer grünen Abteilung, die gesagt haben wir noch ein paar Bepflanztekästen über.
00:11:57: was können wir damit tun?
00:11:58: Entweder sie stehen bei uns wo am Bauhof oder benutzen Sie einfach in der Innenstadt.
00:12:02: und so waren zwei Plätze, die es sich angeboten haben da einfach temporär Maßnahmen umzusetzen.
00:12:10: das war zum einen der Franziskusplatz permanent umgestaltet wurde.
00:12:15: Da war die Brunnentechnik leider ausgefallen, so dass der Platz eigentlich eher unbespielt war.
00:12:22: Hier wurden dann grüne Kästenbänke und sowas temporär aufgestellt, um den Platz trotzdem noch eine Attraktivität zu bieten.
00:12:30: Und genau da ist jetzt letztes Jahr umgestaltet worden und es ist alles permanent geworden und man merkt wie auch durch diese temporären Maßnahmen direkt schon wieder Leben aufs Platz kommt weil einfach die Aufenthaltsqualität gesteigert wird.
00:12:43: Und lass es da vielleicht mal ein bisschen kurz bleiben.
00:12:45: Also, da wird die Maßnahme abgeschlossen und du hast schon angedeutet dass das Vorteile hat.
00:12:49: also einerseits der Platz sieht schöner aus.
00:12:52: Vielleicht bleiben wir noch einmal bei diesen Vorteilen.
00:12:54: Warum sollte man denn eine Stadt klimaangepasst umbauen?
00:12:57: Und warum lohnt sich das dann hinterher auch?
00:13:00: So eine klima angepasste Stadtumgestaltung ist natürlich... Es hat was mit Stadtentwicklung und Prioritäten zu tun.
00:13:07: um dann nochmal ganz kurz auf den Adenauerplatz zurückzukommen Dieser Platz war schon mal mit Bäumen bestanden und dann war aber die Industrie eine große Priorität, Autos waren eine große priorität.
00:13:18: Und deshalb wurde der Platz irgendwann zum Parkplatz und man hat alle Bäume rausgenommen und hatten Parkplatz draus gemacht.
00:13:26: Das ändert sich jetzt wieder.
00:13:29: Die Stadtentwicklung achtet auf den Menschen und achtet auch die Lebensqualität und stark versiegelte Plätze heizen sich einfach sehr stark auf im Sommer.
00:13:38: Ich glaube, das merken wir alle.
00:13:41: Wenn man über komplett versiegelt Platz im Sommer geht ist es nichts wo ich mich gerne aufhalte.
00:13:46: und wenn ich mich in der Stadt nicht gerne auf halte hat das natürlich auch Auswirkungen auf alle anderen Bereiche.
00:13:52: die Touristen wollen nicht gerne da sein.
00:13:53: Ich gehe nicht gerne einkaufen.
00:13:55: also es ist auch allein für eine Stadt an sich wichtig für eine gute Aufenthaltsqualität zu sorgen zum einen um das Stadtleben anzuregen aber auch um für die Gesundheit der Einwohner zu sorgen Weil natürlich sollte das ja ein Ziel einer Stadt sein, die Stadt für Einwohner und Besucher pendler attraktiv zu gestalten.
00:14:18: Also du hast es gerade auch schon gesagt dieser Umbau ist nicht etwas was eine Stadt alleine machen kann sondern da hängen das haben wir ja schon gestreift auch andere Akteure dran.
00:14:26: also einen Beispiel vielleicht diese Fassaden gründen bei euch im Rathaus ist ja auch ein Arbeitsschutzthema dass dann die Stadt als Arbeitgeber dadurch auch in Effekt hat.
00:14:36: Unternehmen können vielleicht ein Akteur sein, die Zivilgesellschaft.
00:14:40: Lass uns vielleicht mal kurz überlegen welche Akteure da noch bei dem Thema Klimaanpassung Rolle spielen und wie sie sich einbringen können.
00:14:46: also sei es das ist ideal so ist oder sei es dass du vielleicht konkrete Beispiele hast.
00:14:52: Es sind viele Bereiche und dadurch auch viele Akteuren betroffen und jeder ist anders betroffen Und jeder kann sich anders einbringen.
00:14:58: wir haben natürlich Unternehmen die zum einen die Produkte herstellen und die Maßnahmen unterstützen.
00:15:07: Wenn da ein gewisses Know-how und Verständnis da ist, es ist wichtig weil auch zum Beispiel im Baumpartier also die Rahmenbedingungen, die ich dem Baum gebe wenn ich ihn pflanze können unterschiedlich sein.
00:15:19: Da ist das Wissen einfach wichtig was jeder selber tun kann oder auch was die Unternehmen tun können.
00:15:25: Gewerbegebiete sind ja grundsätzlich nicht.
00:15:30: Der Fokus liegt da vielleicht nicht auf der Klimaanpassung, sondern der Fokus ist darauf, dass das Gewerbegut läuft.
00:15:40: Man hat AKW-Verkehr
00:15:41: usw.,
00:15:41: also die Straßen und die Plätze im Brauch haben eine andere Qualität wie jetzt ein Uferpark wo ich mich lieber aufhalten möchte aber auch da gibt es Maßnahmen um die Aufheizung was ja gerade in Gewerbekabieten ein großes Thema ist zu verbessern.
00:16:03: So dass natürlich auch da die Gewerbetreibenden ein Akteur sind, die mitarbeiten können.
00:16:09: Wir als Stadt versuchen das zu unterstützen zum Beispiel durch Förderprogramme.
00:16:13: Ja Kira wir haben jetzt relativ viel über die Innenstadt gesprochen.
00:16:16: außerhalb von der Innenstadt was sind denn noch Projekte und Themen die ihr angeht?
00:16:21: Wichtiges Thema ist der Wald.
00:16:24: Der Wald hat viele Funktionen und auch viele Möglichkeiten.
00:16:29: Als Erholungsort spendet er natürlich, gerade wenn es heiß ist einfach eine unglaubliche Kühle.
00:16:34: Aber auch der Wald selber leidet unter dem Klimawandel und verändert sich.
00:16:39: Auch hier sind die trockenen Phasen zu spüren und es kommt zu immer mehr Krankheiten im Wald so dass wir in Friedrichshafen mit unserer eigenen Stadtförsterin versuchen da möglichst frühzeitig entgegenzuwirken indem Bei der Artenzusammensetzung darauf achten, einen nachhaltigen Wald zu gestalten.
00:17:03: Weg von... Das ist jetzt nicht neu aber weg von reinen Monokulturen hin zu einem durchmichten Wald was Arten und Alter angehen.
00:17:15: Wie ist das denn da so?
00:17:16: Im Moment ist es ja so Es sind irgendwie zahlreiche Krisen die da auf uns einprasseln des Geldes.
00:17:21: auch irgendwie endlich Wie nimmst du das denn wahr?
00:17:24: Also wie verliert man da jetzt auch nicht irgendwie den Mut, dass man sagt oh je was können wir dann überhaupt noch machen?
00:17:29: und dass man da sagt nein es gibt vielleicht doch irgendwie in der Zusammenarbeit die Möglichkeiten oder wie schafft man das sozusagen nicht irgendwie dem Mut zu verlieren im ganzen Thema.
00:17:40: Das Schöne daran ist ja dass man einen positiven Beitrag zur Stadtentwicklung schafft und das lässt natürlich auch einen den Mut nicht verlieren.
00:17:50: ist die finanzielle Lage angespannt wie in allen Kommunen Deutschlands, aber man kann vieles vielleicht auch mit kleineren Maßnahmen mit weniger Möglichkeiten machen.
00:18:01: Also zum Beispiel eine eher kleine Maßnahme, die wir umgesetzt haben es Pocket Park in der Klosterstraße.
00:18:09: Ein Pocket Park ist quasi ein Park den die Hosentasche passt.
00:18:12: das ist ne kleine Fläche die wahrscheinlich nicht so viele Ansprüche erfüllt wie ein großer Park, aber man hat die Möglichkeit sich kurz aufzuhalten, kurz auszurun.
00:18:25: Ein grün Bereich in einer sonst eher versiegelten Fläche bei uns ist es eben der Klosterstraße ehemalige Parkplätze, die wir komplett entsiegelt haben, begrünt haben mit Bäumen bepflanzt haben direkt entlang des Bodenseeradwegs.
00:18:41: Man kann da vielleicht eine kurze Pause machen und wir haben Fahrrad reparaturstationen dazugestellt so dass wenn ich mit meinem Fahrrad vorbeikomme vielleicht auch noch mal schnell Luft nachpumpen kann und so kann man auch im stark versiegelten Raum immer mal wieder kleine grünen Inseln schaffen, um da die Qualität zu steigern.
00:19:03: Also insofern gibt es tatsächlich vielleicht Chancen, dass man dann zumindest im Kleinen auch wieder was machen kann.
00:19:08: Wir haben gerade eine Kampagne Poly Chance statt Poly Krise das wir eben versuchen auch als ZU irgendwie einen Ort zu sein, wo Lösungen entstehen können oder was beizutragen.
00:19:18: Also jetzt ganz unabhängig von dem Klimathema.
00:19:21: Welche Rolle kann denn die ZU vielleicht auch in den ganzen Spielen?
00:19:24: Frage ich dich mal ganz offen ob du da eine Idee hast oder was würdest du dir da wünschen als Uni?
00:19:29: Naja also das ein oder andere tun wir ja schon.
00:19:32: Wir sitzen hier zusammen und reden über das Thema.
00:19:34: Gerade als Uni ist natürlich dieser Informationsteil ein großer Teil und auch ein wichtiger Teil selber tätig werden.
00:19:41: Auch das macht die CDU ja schon Bäume gepflanzt.
00:19:46: Eine Uni ist auch einfach ein Ort, der nach außen wirkt und dadurch auch in gewisser Art und Weise Aufmerksamkeit hat und dadurch eine Vorbildfunktion erfüllen kann.
00:19:56: also gerade als Multiplikator ist so eine Uni natürlich total wichtig weil viele Leute hier ein- und ausgehen und wenn davon ein Paar'n bisschen was mitnehmen glaube ich hat man als Uni auch viel erreicht.
00:20:08: Wir geben uns jedenfalls Mühe, ja.
00:20:10: Haben wir also tatsächlich schon auch Projekte zusammen umgesetzt und werden das auch weiter tun?
00:20:14: Wie nimmst du das denn wahr mit diesem Distanz-Thema?
00:20:16: Also ist es denn tatsächlich heutzutage so dass die Leute vielleicht schon irgendwie sagen Ja Klimawandel, Klimaanpassung bin ich gut abgeholt?
00:20:23: oder ist es tatsächlich so, dass man doch relativ viel sensibilisieren muss und es da vielleicht auch immer mal wieder so AHA Effekte gibt, dass dann eben sagt okay Ich kann da selber auch vielleicht was tun in meinem Garten oder in meinem Verein oder was auch immer?
00:20:35: Also ich glaube, das Bewusstsein wird immer größer.
00:20:39: Aber auch dass es viele Dinge sind die man gar nicht so weiß oder wahrnimmt.
00:20:45: Das Ding bei der Klimaanpassung ist, dass da sehr viel zusammenspielt und noch sehr viel Verkettung herrscht.
00:20:53: also wenn ich mir zum Beispiel Böden angucke was ja ein Thema ist wo sich vielleicht nicht jeder so Gedanken drum macht aber gerade in einer langen warmen Phase trocknen Böden sehr stark aus.
00:21:06: Wir merken es aktuell, wir hatten jetzt eine sehr lange Trockenphase.
00:21:09: da trocknet so ein Boden sehr stark und wenn den Boden austrocknet verändert er seine Struktur und dadurch kann ein Boden erst mal zum Beispiel weniger Wasser aufnehmen.
00:21:20: Hat man dann einen Starkregenereignis?
00:21:23: Kann ein Boden gar nicht schnell genug das ganze Wasser auf nehmen und es kommt anstatt zur Versicherung zum Oberflächenwasserabschluss was dann natürlich wieder weitergefolgen hat, wo man vielleicht im ersten Moment gar nicht darüber nachdenkt.
00:21:37: Und bei so etwas gibt es aber Möglichkeiten in dem man einfach den ganzen Entgegen wirken kann also zum Beispiel gerade was Beflanzung angeht denn Pflanzen lockern den Boden wiederum auf Bäume beschatten den Boden was zu weniger Verdunstung führt.
00:21:52: und auch sowas wie die Anordnung kann helfen Also die Anordnung von den Pflanzen.
00:21:58: wenn ich sie nicht mit dem Hangen sondern im rechten Winkel zum Hang Pflanze können sich Strukturen entwickeln, die das Wasser zumindest bis zu einem gewissen Maß länger auf der Fläche halten können.
00:22:09: Und es sind wichtige Prinzipien, die ineinander greifen, die glaube ich nicht jedem so bewusst sind.
00:22:16: So diese grundlegenden Dinge was man bei der Klimaanpassung tun kann, glaube ich sind bekannt.
00:22:22: aber zusammen also diese Verkettungen und was man manchmal schon mit kleinen Maßnahmen erreichen kann Da ist, denke ich noch Potenzial.
00:22:32: Du hast jetzt ein zweites Thema noch angesprochen.
00:22:34: wie der Klimawandel sich ausfugt das haben wir noch gar nicht so richtig beackert und zwar das Thema stark regende Ereignisse.
00:22:40: das nimmt ja auch zu.
00:22:41: Wie ist es denn hier bei uns am Bodensee?
00:22:43: Ich denke jetzt da gerade an den Zufluss der Rotach auch also in kleiner Fluss wo man vielleicht auch nicht unbedingt denkt dass er sich im Zweifelsfall auch zum Überschwemmungsrisiko entwickeln kann.
00:22:54: Wie ist denn da die Situation?
00:22:55: oder auf was müssen wir uns da einstellen und was sind so Maßnahmen, um dann eben sich davor zu schützen?
00:23:01: Also wie du schon sagst auch die Rotach ist betroffen.
00:23:05: Auch das hat man schon das eine oder andere Mal gemerkt dass es da auch schnellso hochwasser kommen kann aufgrund der Struktur und aufgrund des Verlaufs des Flusses.
00:23:17: Die Stadt hat da diverse Möglichkeiten anzusetzen oder hat auch schon angesetzt.
00:23:23: Es gibt zum einen ein Hochwasserrisikomanagement und auch ein Starkregen-Risiko-Management, die beide erstellt wurden.
00:23:31: Die Stadt versucht entlang des Flusses möglichst viele flächenden Eigentum zu bringen um hier einfach Möglichkeiten zu haben was zu tun den Gewässerlauf zu renaturieren.
00:23:45: Und auf der anderen Seite ist es ein Thema das dann bei unserer Feuerwehr sehr stark Auf der Agenda ist, also da gibt es einen kompletten Alarmplan.
00:23:55: Was zu tun ist wenn jetzt vom deutschen Wetterdienst eine Warnmeldung kommt?
00:24:01: Gehen bei uns direkt quasi die Alarmglocken an und die Feuerwehr hat da abfolgen was sie wann wie tut.
00:24:08: Die Flüsse sind teilweise mit Sensoren ausgestattet so dass wir das auch einfach selber messen können Wie sich der Wasserstand entwickelt Und da dann möglichst schnell reagieren können.
00:24:20: Genau, das ist nämlich nicht nur der Bodensee an sich wie man es vielleicht so undenkt sondern sind auch diese kleinen Flüsse die da oft eine Rolle spielen.
00:24:26: Jetzt eine schwierige Frage und zwar fragt sich ja immer wie steht denn jetzt Friedrichshafen im Vergleich?
00:24:32: Also ihr habt ja auch schon den Preis bekommen für das Thema Klimaanpassung.
00:24:36: ich weiß nicht inwieweit du es einschätzen kannst und wenn du es nicht direkt einschätzen kannst vielleicht so als Wunsch Wie steht denn Friedrichsafen beim Thema Klimaanpassen da?
00:24:44: oder wo sollte man noch vielleicht Potenziale Heben im Vergleich jetzt mit anderen Kommunen?
00:24:49: oder wo gibt es vielleicht schon eine Kommude, wenn du das bewerten kannst?
00:24:52: Die besonders gut bei dem Thema als Vorbild dienen kann oder besonders viele Maßnahmen da schon umgesetzt hat.
00:24:58: Also ich würde sagen Friedrichshafen steht nicht schlechter.
00:25:01: Friedrichshafen ist sehr ambitioniert und tut viel.
00:25:04: also allein dass meine Stelle geschaffen wurde ist ja auch ein Zeichen dafür, dass das Thema von Relevanz ist.
00:25:12: Auch ohne dass man es jetzt Klimaanpassung nennt ist Friedrichshafen seit zwanzig, dreißig Jahren sehr engagiert.
00:25:20: Was den Erhalt und die Neuanlage von Grünflächen, Baumpflanzungen usw.
00:25:27: angeht?
00:25:28: Ich glaube auch gerade in der Region ist Friedrishsafen eine also eine der führenden Städte.
00:25:36: darüber hinaus sind es natürlich entvorwiegend die großen Städten, die da sehr stark vorangehen.
00:25:43: München macht sehr viel.
00:25:45: Auch in Düsseldorf gibt es das eine oder andere, wo man sagt, dass ist eine sehr gute Klimaanpassungsmaßnahme.
00:25:52: Je kleiner die Kommune ist desto schwieriger ist es natürlich auch dieses Thema anzugehen weil weniger Personal da ist und das Personal was da ist einfach mehrere Aufgaben auf einmal erfüllen muss.
00:26:05: und da sind dann einfach die Möglichkeiten manchmal kleiner oder schwieriger wie einer größeren Kommune wohnt Die Möglichkeit hat da ein Fokus draufzusetzen.
00:26:17: Ja, das ist eine gute Überleitung.
00:26:19: zu meiner nächsten Frage und zwar jetzt haben wir über die guten Sachen schon recht viel gesprochen.
00:26:23: Es gibt aber natürlich auch Hindernisse.
00:26:25: also deine Arbeit ist ja nicht immer so dass es sofort vorwärts geht vermute ich jetzt jedenfalls mal.
00:26:31: was wirkt sich denn da am meisten aus für das Thema Klimaanpassung?
00:26:35: Warum daraus vielleicht im Zweifel zwei Mal länger?
00:26:40: Ein Belang in der Stadtentwicklung, es gibt aber natürlich auch noch andere und weitere.
00:26:45: Und die laufen manchmal zusammen.
00:26:49: Manchmal passt das aber auch nicht zusammen.
00:26:51: Also gerade ein ganz prominentes Beispiel ist möchte ich mehr Parkfläche haben also Fläche wo ich mit meinem Auto parken kann oder grünem Parkflächeln den ich mich frei bewegen und spazieren gehen kann.
00:27:06: Es gibt einmal die Nutzungskonflikte an eine Fläche, dann gibt es natürlich den Platzmangel.
00:27:15: Auch da müssen die verschiedene Nutzungsansprüche abgewogen und dem gerecht werden.
00:27:23: Und natürlich sind Klimaanpassungsmaßnahmen Maßnahmen, die erst mal eher mit Kosten verbunden sind und kein Geld einbringen.
00:27:32: Das ist vielleicht auch was beim Klimaschutz.
00:27:36: Vielleicht eher von Vorteil ist, da habe ich Maßnahmen.
00:27:38: mit denen kann ich auch wirklich Geld sparen.
00:27:40: Das ist bei der Klimaanpassung auf den ersten Blick eher weniger, auf den zweiten Blick auch vorhanden.
00:27:48: also gerade wenn ich jetzt Hochwasserschutzmaßnahmen betreibe, kann ich zum Beispiel vielleicht vermeiden dass mir die ganzen Keller voll laufen, die ich dann aufwendig sanieren muss?
00:27:58: Da gibt es schon finanzielle Auswirkungen Aber trotzdem ist es erst mal mit einem Investor verbunden.
00:28:06: Ja, und im Zweifelster muss natürlich der Gemeinderat so was entscheiden.
00:28:09: Der Gemeinderate denkt ja immer in Doppelhaushalten.
00:28:12: Ist das denn ein Problem?
00:28:13: Dass es oft so langfristige Effekte sind... dass man langfristig Geld spart, langfristigen Folgen vermeidet?
00:28:19: Achts, merkst du das irgendwie in der Diskussion?
00:28:22: Also es kann ein Problem aber auch Vorteil sein!
00:28:24: Weil natürlich sind Klimaanpassungsmaßnahmen Maßnahmen die langfristigt sind, auch wenn ich einen Baum pflanze bis ich da eine Wirkung habe, dauert das einfach ein paar Jahre.
00:28:34: Und wenn ich langfristig plane, kann ich langfristig auch was Gutes erreichen?
00:28:40: Wir haben in Friedrichshafen uns statt intern in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat die Möglichkeit geschaffen, auch ein kleines Budget zu haben um unterjährig tätig zu werden.
00:28:53: Das heißt wir müssen nicht auf den nächsten Doppelhaushalt warten sondern wenn wir Potenziale sehen, wo schnell was gemacht werden kann haben wir da die Möglichkeit.
00:29:06: Wir haben noch Personalkapazität, wir haben Optionen, Partner.
00:29:11: ein Beispiel ist zum Beispiel in Schulhof, wo sie es gerade ergibt dass man da vielleicht eine kleine Fläche entsiegelt.
00:29:18: das sind manchmal nur kleine Dinge aber auch die haben Beitrag und was das ermöglicht.
00:29:25: Dieses Thema Klimaanpassung ist natürlich auch beim Land und beim Bund ein wichtiges Thema, so dass es da immer wieder Fördermittel gibt die man bekommen kann.
00:29:35: Dafür ist hier und dabei auch noch ein Konzept oder ähnliches notwendig Und diese Gelder planten wir natürlich nicht langfristig ein und so können wir schnell reagieren und Da da Gelder einsetzen wo's vielleicht auch kurzfristig nötig ist.
00:29:52: Jetzt stellen wir uns mal eine ideale Welt ganz kurz vor.
00:29:55: Geld ist vorhanden, Personalresourcen sind vorhandenen die Bürgerinnen und Bürgern machen mit oder die anderen Akteure die man vielleicht für eine Maßnahme braucht.
00:30:02: aber dennoch hat ja Klimaanpassungen auch irgendwo Grenzen dass man sagt man kann auch nicht alles machen.
00:30:08: wo würdest du die denn sehen?
00:30:09: also was limitiert dann vielleicht auch Maßnahmen selbst wenn man irgendwie die perfekten Voraussetzungen für alles hat und alles gut durchgeplant.
00:30:17: Also ich denke zum Beispiel an die Einflüsse von Land und Bund oder so, die dann sich vielleicht auswirken.
00:30:22: Dass man sagt da kann man irgendwie als Kommune auch nicht unbegrenzt selber tätig werden.
00:30:27: Sowas wirkt sich das
00:30:29: aus?
00:30:29: Ich glaube die Hauptengrenzen sind wirklich die Anforderungen und Prioritäten, die eine Stadt sich selbst stellt wenn ich wirklich komplett frei von allen Rahmenbedingungen bin Und natürlich auch das, was der Klimawandel mit sich bringt.
00:30:51: Wenn man irgendwann Temperaturen hat von über vierzig Grad sind auch die Maßnahmen oder die Wirkung der Maßnahmen irgendwann begrenzt also...
00:31:03: Dann muss ich halt irgendwann einfach drin bleiben und gucken dass ich im Schatten bleibe auch wenn der Platz vielleicht perfekt begrünt ist oder so?
00:31:09: Genau!
00:31:09: Der Platz hat immer noch eine höhere Aufenthaltsqualität wie wenn ich durch eine stark versiegelte Straße gehe, allein dadurch dass ich weniger Rückstrahlung habe die Verdunstung habe.
00:31:22: Das wird man immer spüren.
00:31:24: aber auch da ist denke ich irgendwann ein Limit erreicht.
00:31:27: Wann ist denn ein Projekt gut?
00:31:28: Wenn du jetzt durch die Stadt radels oder gehst und einem Projekt vorbeikommst reflektierst du da manchmal dann drüber und sagst so das ist jetzt gut gelaufen weil eins zwei drei oder trennst du das da.
00:31:40: Also ich finde ein Projekt ist gut, wenn es angenommen wird.
00:31:43: Gerade bei so einer Platzungestaltung, wenn dann die Leute auch den Platz nutzen... Wenn ich im Sommer da stehe und wirklich einen Unterschied merke Und wenn ich einfach dauerhaft mehr Wert schaffen kann und vielleicht sogar man es schafft ein bisschen voraus zu sein und den Mehrwert schon hat bevor er überhaupt nötig ist.
00:32:06: Das ist wahrscheinlich das Ideale, dass man quasi sozusagen so vorausschauend plant.
00:32:10: Dass wenn der nächste heiße Sommer oder die nächste Überschwimmung kommt schon die Maßnahmen greifen können.
00:32:15: Ja und wenn ich jetzt an der ZDU studiere und diese ganzen Klimaanpassungsmaßnahmen sich spannend anhöre und man da ein bisschen mitgestalten möchte gibt es bei euch auch vielleicht spannende Praktika, die da in Frage kommen?
00:32:26: Also wir haben immer in der Abteilung die Möglichkeit ,dass man den Praktikum bei uns macht.
00:32:30: Da kann man sich einfach gerne melden.
00:32:33: Das ist meist so, dass man in die ganzen Bereiche reinguckt, die bei uns laufen.
00:32:39: Also es ist natürlich ... Die Klimaanpassung kann aber auch der Wald sein oder im Naturschutzbereich, das man da einfach unterstützt, die Projekte, die zu dem Zeitpunkt anstehen.
00:32:50: und genau darüber hinaus sind jetzt die Studierenden der CDU schon ein bisschen zu spät?
00:32:56: Aber wenn man gerade von der Schule kommt nach... der Schule noch nicht weiß, wie es weitergehen soll.
00:33:02: Bevor man so ein Studium an der CDU startet kann man bei uns ein freiwilliges ökologisches Jahr machen und dann ein ganzes Jahr bei uns in der Abteilung verbringen und einfach sehen, wie so einen Arbeitsalltag in der Stadtverwaltung aber vor allen Dingen eben auch in einer Umweltabteilung
00:33:17: aussehen.".
00:33:19: Also mit Blick auf die Uhr ich hätte gesagt wir können schon auf die Zielgerade einbieten wenn du nicht noch von dir aus ein Thema hast was du ansprechen möchtest.
00:33:29: Ich würde vielleicht noch einmal kurz auf die Maßnahmen eingehen wollen, weil wir ja jetzt sehr konzentriert auf bauliche Maßnahmen uns beschränkt haben.
00:33:38: Was in der Klimaanfassung aber wirklich nicht alles ist.
00:33:40: Also ich hatte es schon immer mal wieder kurz angerissen Wir haben von der Stadt Förderprogramme.
00:33:45: Wir haben auch sowas wie die Begrünungssatzungen und die Baumschutzsatzung Die Vorgaben macht Wie wenn ich ein Grundstück bebauere grün integrieren kann, um es einfach direkt zu vermeiden dass so viel Hitze entsteht.
00:34:04: und dann gibt das natürlich auch noch informative Maßnahmen und Maßnahmen die in Richtung Schulung gehen.
00:34:11: Wir sind aktuell dabei ein Hitzalktionsplan aufzustellen und einfach den Fokus auf vulnerable Gruppen, Gruppen die besonders gefährdet sind wenn es heiß wird zu entwickeln.
00:34:22: Das sind alles Maßnahmen Im Vordergrund vielleicht nicht baulich sind, aber ich denke gerade bei der Klimaanpassung wichtig sind.
00:34:30: Weil sie einfach einen großen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten und das unterscheidet sich vielleicht ein bisschen zu Maßnahmen im Klimaschutz die doch immer sehr technisch sind und Die Klimaanassung ist da einfach sehr weit gefasst.
00:34:45: Dadurch kann auch einfach jeder selbst was tun.
00:34:47: also Ich selber kann darauf aufpassen dass ich im Sommer viel trinke vielleicht nicht zur Mittagszeit mein Sportprogramm draußen durchführe, gucken.
00:34:57: Das ist meinen Angehörigen oder auch meinen älteren Angehöhrigen Oma und Opa gut geht das die genug trinken weil gerade da es häufig dazu kommt dass man's einfach vergiss weil da auch das Durstgefühl nicht mehr so da ist dass die Räume beschattet sind dass wenn ich Neubau vielleicht auch ein bisschen von der von der Art wie ich meine Haus einrichte wieder abgewischen wird, dass man alles Richtung Süden ausrichtet und einen Schlafraum kann ich zum Beispiel auch Richtung Norden ausrichten so das sich wenn es im Sommer richtig heiß ist da einfach zu einer nächtlichen Abkühlung beitragen kann was auch für den Körper total wichtig ist.
00:35:36: Ich kann meinen Garten und selbst mein Balkon grün gestalten um die Temperaturen angenehm zugestalten aber auch die Möglichkeit haben Regenwasser zurückzuhalten Zistern einbauen und das Regenwasser selber nutzen, so dass einfach jeder selbst die Möglichkeit hat mit vielen kleinen Maßnahmen einen gewissen Beitrag zu leisten.
00:36:02: Und ich denke, das ist auch ein Vorteil der Klimaanpassung.
00:36:06: du hast eben Polychance genannt.
00:36:09: man sieht auch hier im Bodensee, dass der Klimawandel spürbar ist.
00:36:13: aber es muss nicht nur eine Belastung sein sondern es kann auch ein Anstoß sein um die Stadt und die Stadtentwicklung neu zu denken.
00:36:22: Und die Stadt so zu entwickeln, dass sie auch bei einer wärmeren Zukunft funktionieren?
00:36:28: Ja vielen Dank für die Tipps!
00:36:29: Das ist glaube ich auch noch mal ein wichtiger Punkt, das man durchaus da was tun kann.
00:36:34: selber wenn wir jetzt uns vorstellen in den zwanzig dreißig treffen uns wieder Wir prominieren durch die Innenstadt.
00:36:42: Es ist Sommer es is warm Es klingt vielleicht noch ein Tickwärme als heutzutage.
00:36:47: Was siehst du denn, was hat sich verändert?
00:36:50: Wenn wir zwanzig dreißig sind ist ja auch gar nicht mehr so lang hin.
00:36:53: Wir haben mittlerweile zwanzisächsendzwanzig das heißt in vier Jahren durch Viertlischhafen laufen habe ich die Hoffnung dass es einfach noch grüner ist.
00:37:01: Ich finde es gibt schon sehr grüne Bereiche.
00:37:03: aber gerade in der Innenstadt gibt es noch Bereiche wo wir sagen können da können wir noch grüner werden und wir haben eine gute Trinkwasserversorgung Eine hohe Lebensqualität und die Leute sind gerne in Friedrichshafen, egal ob sie hier wohnen arbeiten oder nur zu Besuch sind.
00:37:22: Und das ist doch ein gutes Schlusswort, dass wir hoffentlich alle gerne im Friedrichshafen sind oder beziehungsweise für unsere Hörerinnen und Hörern, die nicht in Friedichshaven sind, dass dies mindestens genauso schön haben.
00:37:32: Kira vielen Dank, dass du da warst!
00:37:34: Vielen dank an unseren Höreren und Hören, dass Sie bis zum Schluss durchgehalten haben... ...und damit verabschieden wir uns.
00:37:40: Danke!
00:37:41: Danke!
00:37:42: Tschüss.
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